Lions Club Neu-Isenburg

Gebärmutterhals-Krebsvorsorge in Tanzania

Gebärmutterhals-Krebsvorsorge in Tanzania

Gebärmutterhalskrebs (das Zervixkarzinom) ist unter den Krebserkrankungen der Frau die häufigste Todesursache in den Entwicklungsländern. Mehr als 600 Frauen sterben täglich am Zervixkarzinom, vorwiegend in Ländern der Dritten Welt.

Anlässlich einer UN-Mission waren Lion Ing. Roman Rost (LC Palm Beach Gardens, davor LC Wien Ostarrichi) und seine Frau, Lion Dr. Ilona Rost (LC Palm Beach Gardens, Florida, USA) mit Frauen konfrontiert, die an fortgeschrittenen und unheilbaren Formen dieser Krebserkrankung litten. In diesem Spätstadium können Ärzte nur noch wenig zur Lebenserhaltung der Patientin beitragen. In Entwicklungsländern wie Tanzania sind selbst schmerzlindernde Medikamente Mangelware. Trotzdem kann Gebärmutterhalskrebs selbst bei Frauen mit erhöhtem Risiko durch Untersuchung und Behandlung mit relativ einfachen Methoden verhindert werden. Wenn Gewebsveränderungen im Frühstadium erkannt und rechtzeitig behandelt werden, ist eine Krebserkrankung der Frau vermeidbar.

Während die Mehrheit der Frauen in Industrieländern Zugang zur Krebsvorbeugung hat, fehlt diese Möglichkeit in Entwicklungsländern fast zur Gänze.

ocean road cancer institute tanzaniaAus dem Ocean Road Cancer Institute in Dar Es Salaam, Tanzania, wurde eine promovierte Medizinerin, Frau Dr. Yakubeth Vuhahula auf Einladung der Lions nach Wien gebracht, um am pathologischen Labor der Universitätsfrauenklinik in gynäkologischer Zytologie ausgebildet zu werden.

Die dreimonatige Ausbildung dauerte von September bis Anfang Dezember 2001 und wurde von der Klinik zur Verfügung gestellt. Frau Josefine Stani, Zytologieassistentin am gynäkologisch pathologischen Institut der Frauenklinik hatte schon Erfahrung in der Ausbildung von Medizinern aus aller Welt und hat sich in aufopfernder Weise nicht nur um die fachliche Ausbildung von Frau Dr. Vuhahula gekümmert, sondern auch dafür gesorgt, dass ihr Aufenthalt in Wien lehrreich, interessant und angenehm gestaltet wurde. Ihr, den Herren Prof. Dr. Breitenecker, Prof. Dr. Horvat und nicht zuletzt Herrn Dr. Beyer gilt unser ganz besonderer Dank für die Ausbildung und die herzliche Aufnahme.

Nach Abschluss ihrer Ausbildung nimmt Frau Dr. Vuhahula alles Material zur Durchführung ihrer Arbeiten, der Abnahme von Krebsabstrichen, der chemischen Aufbereitung der Proben und der Befundung unter dem Mikroskop nach Tanzania mit. Die Erstausstattung gibt ihr die Möglichkeit, an 5.000 Frauen Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen.

Wir haben im Rahmen dieses Projektes etwa 10.000 Euro aufgewandt.

In der ersten Phase des Krebsvorsorgeprogramms haben wir uns vorgenommen, am Ocean Road Cancer Institute, in der Hauptstadt Dar Es Salaam, 30.000 Patientinnen zu untersuchen, bevor wir beginnen, in ländliche Gebiete dieses grossen Landes hinauszugehen. Wichtig ist, dass die Vorsorgeuntersuchungen den Frauen kostenlos zur Verfügung stehen. Bisher waren sie für die Mehrheit der Bevölkerung überhaupt nicht zugänglich, in wenigen Ausnahmefällen kosteten sie etwa ein durchschnittliches Monatsgehalt. Frau Dr. Vuhahula wird gute zwei Jahre zu tun haben, nach Aufbau des Vorsorgezentrums, des zytologischen Labors und der notwendigen Infrastruktur ihre 30.000 Patientinnen zu untersuchen. Danach soll ein mobiles Untersuchungslabor geschaffen werden, mit dem die Vorsorgemedizin auch in die dünn besiedelten Gebiete des Westens und des Nordwestens hinausgetragen werden kann. Dazu wird der Ankauf eines generalüberholten militärischen Sanitätsfahrzeuges erwogen.

Seit dem Beginn der Vorsorgeuntersuchungen konnte eine Vielzahl von Untersuchungen vorgenommen werden. Mehrmals wurden zusätzliche Materialien (wie Objektträger, Chemikalien) benötigt und nach Tanzania transportiert. Auch wenn Frau Dr. Vuhahula zwischenzeitlich das Ocean Road Cancer Hospital verlassen hat, waren die Vorarbeiten nicht umsonst. Die Leitung des Spitals hat sich bereit erklärt, die Untersuchungen weiter zu führen.